Schwangerschaft bei Frauen mit VWS

VWS und Schwangerschaft

Für Frauen, die von der Diagnose Von-Willebrand-Syndrom (VWS) erfahren, stellt sich oft die Frage, ob eine Schwangerschaft möglich ist. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Schwangerschaft und Geburt. Viele Frauen waren bereits schwanger mit VWS und haben gesunde Kinder zur Welt gebracht.

Wie ist der Verlauf des Von-Willebrand-Faktors während der Schwangerschaft?

Im Normalfall (besonders bei VWS Typ 1) reduziert sich die Blutungsneigung im Laufe der Schwangerschaft. In den ersten drei Monaten steigt hier die Menge an Von-Willebrand-Faktor (VWF) und Faktor VIII an, sodass sich die Blutgerinnung normalisieren kann. Dieser Effekt kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein – je nachdem, welcher Typ des Von-Willebrand-Syndroms vorliegt.
Grundsätzlich sollten die Gerinnungsparameter - insbesondere bei Typ 2 und Typ 3 – regelmäßig bestimmt werden.

Der VWF-Verlauf nach der Geburt

Eine wichtige Phase ist diejenige nach der Geburt, vor allem während der ersten zwei Wochen nach der Entbindung. In dieser Zeit sinkt der VWF-Spiegel meist schnell wieder auf die Werte ab, wie sie vor der Schwangerschaft vorlagen. Dies hat zur Folge, dass das Blutungsrisiko steigt und es zu Nachblutungen kommen kann.

Diese Experten helfen bei Von-Willebrand-Syndrom und Schwangerschaft

Um die Gesundheit von Mutter und Kind zu schützen, sollten verschiedene Personen und Stellen über das Vorliegen des VWS informiert werden. Dazu gehören insbesondere der Gynäkologe, andere behandelnde Ärzte, die Geburtsklinik und die Hebamme. Wenn es in der Vergangenheit zu einer Fehlgeburt gekommen ist, sollte dieses Thema ebenfalls bei den Behandlern angesprochen werden. Die Ärzte können in allen Fragen rund um Medikamenteneinstellung (Substitutionsplan), Vorsorge und Notfallmaßnahmen beraten und der werdenden Mutter während der gesamten Schwangerschaft bis zur Entbindung wichtige Hilfestellung leisten. Eine gute, fachübergreifende Kooperation zwischen Gynäkologen und Gerinnungsspezialisten und eine engmaschige Beobachtung sind für eine optimale Betreuung enorm wichtig.

Wird mein Kind auch von VWS betroffen sein?
Viele werdende Eltern mit VWS machen sich Gedanken darüber, ob ihr Kind ebenfalls betroffen sein wird. Dies muss nicht der Fall sein. Unter anderem ist es vom Typ des VWS abhängig, wie hoch die Erkrankungswahrscheinlichkeit für das Kind ist. Unter der Rubrik (Vererbung) ist die Vererbung der Gerinnungsstörung beschrieben.

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