Tranexamsäure in der VWS-Therapie

25. Jun 2019

Patienten mit VWS können ggf. unterstützend mit Tranexamsäure behandelt werden. Wann ist Vorsicht geboten?

Tranexamsäure bei VWS: Was ist zu beachten?

Patienten mit dem Von-Willebrand-Syndrom (VWS), die mit DDAVP oder mit einem VWF-Konzentrat behandelt werden, können gegebenenfalls unterstützend mit Tranexamsäure behandelt werden. In vielen Fällen ist sie ein schneller und zuverlässiger Helfer bei Blutungen im Mund- oder Rachenbereich. In einigen Fällen ist jedoch Vorsicht geboten und wie alle Medikamente sollte auch die Tranexamsäure bei VWS nicht unbedarft eingesetzt werden.

Was bewirkt die Tranexamsäure im Körper?

Die Tranexamsäure ist eine Substanz, die aufgrund ihrer Wirkung auf die Blutgerinnung eingesetzt wird. Bei gerinnungsgesunden Menschen wird eine Blutung gestoppt, indem eine Art Blutpfropf aus Thrombozyten die Wunde verschließt. Stabilisiert wird er mit einem Netz aus festen Fibrinfasern. Ist die Wunde verschlossen, wird das Fibrinnetz vom Körper wieder aufgelöst (Fibrinolyse).

Die Tranexamsäure wirkt an dieser Stelle: nach ihrer Gabe wird das Auflösen des körpereigenen Fibrins gehemmt und das Risiko von Blutungen so vermindert. Ärzte sprechen daher auch von einem Antifibrinolytikum, denn die Fibrinolyse wird verhindert.

Tranexamsäure zu Hause und beim Zahnarzt

Besonders hilfreich ist die schnelle Einsetzbarkeit der Tranexamsäure. Bei kleinen Blutungen, zum Beispiel in Nase, Rachen oder Mund, kann sie als Spülung genutzt oder direkt auf die Wunde gegeben werden. Zahnärzte, die Patienten mit dem Von-Willebrand-Syndrom behandeln, nutzen Tranexamsäure, um übermäßigen Blutungen entgegenzuwirken, zum Beispiel vor einer Zahnextraktion.

Wann ist der Einsatz von Tranexamsäure bedenklich?

Beispielsweise bei VWS-Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion oder wenn es in der Vergangenheit zu Nierenblutungen oder Blutungen der oberen Harnwege gekommen ist, kann der Einsatz von Tranexamsäure kritisch sein. Hier besteht die Gefahr einer Anreicherung des Wirkstoffs, wodurch die Niere geschädigt werden kann.

Auf Sie abgestimmte Beratung ist unerlässlich

Eine individuelle Behandlung ist das A und O, um gut mit dem Von-Willebrand-Syndrom leben zu können. Dies gilt auch im Zusammenhang mit der Tranexamsäure. Sie sollten daher persönliche Risiken unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, damit die Tranexamsäure ganz nach Ihren Bedürfnissen zur Blutstillung eingesetzt werden kann.

Weiter informieren:

Wenn Sie mehr über den Gerinnungsprozess erfahren möchten, finden Sie hier anschauliche Erläuterungen: https://www.info-von-willebrand.de/info-von-willebrand/wissen-und-therapie/gerinnungsstoerung-blutgerinnung.php.

Bei Fragen zu Ihrer individuellen Behandlung und zu den Vor- und Nachteilen von Tranexamsäure sprechen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt an. Behandlungszentren in Ihrer Nähe finden Sie über die Linkliste auf dieser Website: https://www.info-von-willebrand.de/info-von-willebrand/rat-und-hilfe/behandlungszentren.php

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