23.03.2026
Über wichtige Themen wie eine Therapie sollten Behandelnde und Betroffene gemeinsam entscheiden. Warum Shared Decision Making auch bei VWE so wichtig ist, erfahren Sie in unserem aktuellen Beitrag.
Vielleicht haben Sie den Begriff Shared Decision Making schon einmal gehört. Gemeint ist damit eine gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Behandelnden und Betroffenen. Gerade bei einer chronischen Erkrankung wie der Von-Willebrand-Erkrankung (VWE) kann dieser Ansatz sehr hilfreich sein, denn viele medizinische Entscheidungen betreffen das tägliche Leben.
Die Erfahrung zeigt: Beschwerden können unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Lebenssituation, der Alltag und persönliche Wünsche unterscheiden sich ebenfalls von Mensch zu Mensch. Solche Aspekte müssen berücksichtigt werden.
Wissen und Erfahrung zusammenbringen
Ärztinnen und Ärzte kennen die medizinischen Möglichkeiten und können verschiedene Behandlungsoptionen erklären. Menschen, die mit der Erkrankung leben, wissen dagegen am besten, wie sich ihre VWE im Alltag bemerkbar macht und welche Anforderungen eine Therapie erfüllen sollte.
Wenn beide Seiten ihre Perspektiven einbringen, können Entscheidungen entstehen, die sowohl medizinisch sinnvoll sind als auch zum persönlichen Alltag passen. Genau darum geht es beim Shared Decision Making.
Langfristiger Therapieerfolg im Fokus
Behandlungen können nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn sie im Alltag zuverlässig umgesetzt werden. Fachleute sprechen hier von Adhärenz. Eine offene Kommunikation und eine aktive Patientenbeteiligung können diese Adhärenz deutlich unterstützen.
Wer nachvollziehen kann, warum eine bestimmte Behandlung empfohlen wird und selbst an der Entscheidung beteiligt ist, bleibt häufig auch langfristig dabei.
Wichtige Fragen rund um die Therapie
Wenn es um eine Therapieentscheidung bei der Von-Willebrand-Erkrankung geht, gibt es oft mehrere Möglichkeiten. Deshalb kann es hilfreich sein, sich schon vor dem Gespräch mit dem Behandlungsteam mit bestimmten Themen zu befassen. Dazu gehört es, die eigene Erkrankung zu beschreiben und Fragen zu notieren.
Zum Beispiel:
Solche Fragen können dabei helfen, gemeinsam eine Lösung zu finden, die gut zur persönlichen Situation passt.
Auch der Alltag spielt eine Rolle
Bei der Wahl einer Therapie geht es nicht nur um medizinische Fakten. Gerade bei einer chronischen Gerinnungsstörung wie der VWE ist es wichtig zu überlegen, wie sich eine Behandlung in den Alltag integrieren lässt.
Dabei können zum Beispiel folgende Punkte eine Rolle spielen:
Wenn solche Aspekte frühzeitig besprochen werden, lässt sich die Therapie oft besser an die individuellen Bedürfnisse anpassen.
Fazit: Gut vorbereitet ins Gespräch
Ein offener Austausch mit dem Behandlungsteam kann also helfen, Unsicherheiten zu klären und gemeinsam gute Entscheidungen zu treffen. So entsteht Schritt für Schritt eine Therapieentscheidung, die medizinisch fundiert ist und gleichzeitig zum eigenen Leben passt. Ganz im Sinne des Shared Decision Making.
Weitere Informationen bei DHG und IGH
Wenn Sie sich weiter über Shared Decision Making informieren möchten, können Sie auch die Websites der Selbsthilfeorganisationen nutzen.
Sowohl die Deutsche Hämophiliegesellschaft (DHG) als auch die Interessengemeinschaft Hämophiler e.V. (IGH) stellen Informationen zum Thema bereit:
