Häufigste Symptome
Treffen einzelne oder mehrere der folgenden Punkte zu, sollte Ihre Patientin hinsichtlich eines möglichen VWS untersucht werden. Einen erfahrenen Ansprechpartner finden Sie im Hämophiliezentrum.
Menstruationsblutungen
Bis zu 93 % der von VWS betroffenen Frauen leiden an Menorrhagie und Hypermenorrhoe. Es ist damit das häufigste Symptom bei VWS-Patientinnen. Typisch sind auch starke Regelschmerzen ab der Zyklusmitte und starke Regelblutungen, ebenso Zwischenblutungen und Blutungen während des Eisprungs.
Als Folge des hohen Blutverlustes können Eisenmangel und Anämien mit den typischen Symptomen Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Blässe auftreten.
Bei vielen Mädchen mit einem leichten VWS verläuft die Krankheit in den ersten Lebensjahren unauffällig. Sie leiden ggf. häufiger unter Nasenbluten oder neigen zu Hämatomen (siehe unten). Um so wichtiger ist es, sie darauf vorzubereiten, dass die erste Regelblutung sehr stark sein kann.
Bei manchen Patientinnen kann die Menorrhagie auch alleiniges Symptom sein. Weitere Symptome, die ebenfalls auf ein VWS hindeuten sind:
Nachblutungen und innere Blutungen
Fragen Sie Ihre Patientin nach blutungsbedingten Komplikationen bei Zahnbehandlungen, Operationen oder Entbindungen. Kam es hier zu unerwarteten und/oder schwer stillbaren Blutungen, sollte eine Untersuchung auf VWS erfolgen. Blutungskomplikationen nach Entbindungen sollten auch auf ein VWS abgeklärt werden.
Zahnfleischblutungen oder Schleimhautblutungen
Zahnfleischbluten während des Zähneputzens oder auch beim Essen harter Nahrung können ein Indiz für das VWS sein.
Lang anhaltende Blutungen auch bei kleineren Schnittwunden
Wenn auch kleinere Schnittverletzungen länger als 2-3 Minuten bluten, könnte eine Gerinnungsstörung vorliegen.
Nasenbluten
Häufiges oder starkes Nasenbluten (aus beiden Nasenlöchern) kommt bei ca. 60% der Betroffenen vor. Auch häufiges Nasenbluten in der Kindheit deutet auf ein VWS hin.
Hämatome oder punktförmige Einblutungen
Blutergüsse in den Weichteilen werden von 13 % der VWS-Patienten erwähnt.
Familienanamnese
Da es sich bei VWS um eine Erbkrankheit handelt, gibt die Familienanamnese oft wichtige Hinweise auf ein VWS. Fragen sie Ihre Patientin nach möglichen VWS-Symptomen in der Verwandtschaft. Dabei gilt es zu beachten: Für viele Frauen ist eine verstärkte Regelblutung normal, da sie sich an ihren Müttern orientieren, die - ohne es zu wissen - auch an einem VWS leiden.




Infobroschüre VWS: