Entbindung
Frauen mit einem von-Willebrand-Syndrom können Ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringen. Ein Kaiserschnitt ist, falls er nicht aus anderen medizinischen Gründen notwendig wird, nicht erforderlich oder sogar ungünstig, da häufiger schwere Blutungen und Probleme bei der Wundheilung auftreten können.
Während der Geburt kann das Risiko von Blutungskomplikationen zwar je nach Typ des VWS leicht erhöht sein. Insgesamt ist die Gefahr eines größeren Blutverlustes jedoch wegen der angestiegenen VWF-Spiegel bei den meisten Frauen mit einem Typ 1 VWS eher niedrig. Bei einem VWS Typ 3, aber auch bei qualitativen Defekten (Typ 2), können schwere Nachblutungen auftreten. Schon Innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt fallen die VWF-Spiegel wieder drastisch ab. Bei Patientinnen mit leichtem VWS kann es deshalb vor allem nach der Entbindung, im Wochenbett zu Blutungen kommen.
Wenn Ihre Patientin oder der Vater des Kindes an einem schweren VWS leiden oder wenn in der Familie ein VWS bekannt ist, sollten bei der Entbindung folgende Punkte beachtet werden:
- Entscheidung für eine Geburtsklinik mit Neugeborenenintensivstation, besser noch mit angeschlossenem Hämophiliezentrum. Von Hausgeburten ist abzuraten.
- Die Patientin sollte sich zwei bis drei Monate vor dem errechneten Entbindungstermin in der Klinik vorstellen. Die Klinik sollte Kontakt mit dem nächsten Hämophiliezentrum oder Hämostaseologen aufnehmen.
- Während und nach der Geburt kann es bei der Mutter zu verstärkten Blutungen und Wundheilungsstörungen kommen. Um so wichtiger ist es, dass die Geburtsklinik eng mit einem Hämostaseologen zusammenarbeitet und die entsprechenden Medikamente verfügbar hat.




Infobroschüre VWS: