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VWS – Eingriff Hämorrhoiden

Frage:

 

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Scharrer,

bei mir wurde im Jahre 2010 nach 4-maliger Nachblutung nach einer Tonsillektomie ein mildes von-Willebrand-Syndrom Typ 1 festgestellt. Jetzt zu meiner Frage: Ich muss/soll mich einer Gummiring-Abbindung von Hämorrhoiden unterziehen. Dieser "Eingriff" dauert nur ein paar Minuten und wird ambulant in der Praxis des Arztes durchgeführt. Nach 3-5 Tagen stirbt das abgebundene Gewebe ab, ohne das dies in der Regel vom Patienten wahrgenommen wird. Allerdings besteht die Gefahr, dass es beim Abfallen stark blutet. Wäre es ratsam zuvor den von-Willebrand-Faktor in der Gerinnungsambulanz überprüfen zu lassen und erst anschließend den Eingriff vorzunehmen? Ist es überhaupt noch ausreichend, wenn ich vor dem Eingriff beispielsweise Desmopressin (DDAVP, Minirin®) erhalte und die Blutungsgefahr erst am 5. Tag besteht ? Hält die Wirkung so lange  an?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort:

Prof. Scharrervielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich würde vorschlagen, dass kurz vor der geplanten Operation der Ristocetin-Co-Faktor, der Faktor VIII und das Von-Willebrand-Faktor-Antigen in der Gerinnungsambulanz untersucht wird. Sollte es sich um ein mildes Von-Willebrand-Syndrom handeln und individuell das Ansprechen sowie die Verträglichkeit abgeklärt sein , dann würde ich vorschlagen, eine Stunde vor der Abbindung Minirin® 0,3μg/kg Körpergewicht in 30 Minuten mit 250ml NaCl zu infundieren. Leider wirkt Minirin® nur 3 Tage und sollte auch nicht länger gegeben werden.
An den Tagen der Minirin®-Infusion ist auf eine Flüssigkeitsbeschränkung, z.B. Trinkmenge in 24 Stunden von nur 1 Liter zu achten. Nach dem 3. Tag würde ich je nach Gerinnungswerten nicht nochmals Minirin, sondern ein Von-Willebrand-Faktor-haltiges Konzentrat  geben, welches von der Sie betreuenden Gerinnungsambulanz ausgewählt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Scharrer