Entbindung
Frage:
Sehr geehrte Frau Professor Scharrer,
vor einer HNO-Operation wurde bei mir eine Verlängerung der Partiellen Thromboplastinzeit (PTT) festgestellt. Als Ursache wurde ein von-Willebrand-Syndrom (VWS) Typ 2A diagnostiziert. Ich bin jetzt in der 34. Woche schwanger. Ich möchte fragen: 1. Ist eine geplante Sectio (Kaiserschnitt) sicherer als eine vaginale Entbindung und 2. Wäre von einem Periduralkatheter („PDA“) abzuraten? Vielen Dank für Ihre Mühe.
Antwort:
Vielen Dank für Ihre E-Mail. Um Ihre Fragen individuell zu beantworten, müsste ich Ihre genauen Gerinnungswerte wissen. In der Regel ist zwar ein VWS Typ 2A ein schweres VWS, aber es kommen auch leichtere Formen vor.
Eine geplante Sectio ist nicht unbedingt sicherer als eine vaginale Entbindung. Sowohl vor einer Sectio als auch vor einer geplanten Entbindung sollte mit einem VWF- haltigen Konzentrat substituiert werden. Wahrscheinlich sind Ihre Gerinnungswerte im Laufe der Schwangerschaft jetzt angestiegen, diese fallen aber direkt bei der Geburt und nach der Geburt wieder auf den Ausgangswert ab.
Von einem Periduralkatheter ist nicht unbedingt abzuraten. Voraussetzung ist allerdings dafür die ausreichende Substitution und die Kontrolle des Ristocetincofaktor-Spiegels. Es genügt nicht, allein den Faktor VIII oder das VWF-Antigen bei einem Typ 2A zu kontrollieren.
Gerne stehe ich Ihnen zu weiteren Auskünften zur Verfügung, wenn Sie mir Ihre Gerinnungswerte zumailen würden.
Mit freundlichen Grüßen
Professor Scharrer




Infobroschüre VWS: