Menorrhagie und VWS
Eine verlängerte und verstärkte Regelblutung bei Frauen kann ein Hinweis auf ein von-Willebrand-Syndrom sein. Darauf weisen Halimeh und Mitautoren in einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit hin.
Beim von-Willebrand-Syndrom (VWS) ist der von-Willebrand-Faktor im Blutplasma vermindert oder in seiner Funktion eingeschränkt, was zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Blutungsneigung führt. Betroffen ist etwa 1% der Bevölkerung womit das VWS die häufigste erbliche Blutgerinnungsstörung ist. Die Krankheit kann sich ganz unterschiedlich äußern. Bei vielen Patienten nimmt die Erkrankung einen milden Verlauf, der aber dennoch zu einer deutlichen gesundheitlichen Belastung führen kann. So weisen die Autoren darauf hin, dass fast alle Frauen mit VWS eine verlängerte Regelblutungen (länger als 7 Tage) mit mehr als 80ml Blutverlust haben. Diese kann durchaus das einzige VWS-typische Symptom sein. Eisenmangel und Blutarmut sind ohne Behandlung häufig die Folge. Auch finden sich bei VWS-Patientinnen häufiger als bei anderen Frauen starke Regelschmerzen ab Zyklusmitte, Zwischenblutungen und Blutungen während des Eisprunges.
Ein VWS wird oft erst sehr spät festgestellt, obwohl 93% der betroffenen Frauen über verlängerte oder verstärkte Regelblutungen berichten. Die Autoren empfehlen daher, bei der Suche nach den Ursachen für eine verlängerte und verstärkte Regelblutung auch eine Untersuchung der Blutgerinnung in einem darauf spezialisiertem Zentrum durchführen zu lassen.
Quelle:
Halimeh S., Feddern J., Randerath O., Rosen U. Menorrhagie beim von-Willebrand-Syndrom – ein wichtiges Symptom in der klinischen Diagnostik. Frauenarzt, 51 (2910), Nr. 11: 1028-1031:




Infobroschüre VWS: