Häufigste Symptome
Treffen einzelne oder mehrere der folgenden Punkte zu, sollte Ihr Patient / Ihre Patientin hinsichtlich eines möglichen VWS untersucht werden. Einen erfahrenen Ansprechpartner finden Sie im Hämophiliezentrum.
Fragen Sie nach:
Zahnfleischblutungen oder Schleimhautblutungen
Zahnfleischbluten während des Zähneputzens, nach parodontologischen Eingriffen oder auch beim Essen harter Nahrung können ein Indiz für das Vorliegen eines VWS sein.
Hämatome oder punktförmige Einblutungen
Blutergüsse in den Weichteilen werden von ca. 16 % der VWS-Patienten erwähnt. Häufig treten ausgedehnte Hämatome nach i.m. Impfung oder Lokalanästhesie auf.
Nachblutungen und innere Blutungen
Fragen Sie nach blutungsbedingten Komplikationen bei Zahnbehandlungen, Operationen oder Entbindungen. Kam es hier zu unerwarteten und/oder schwer stillbaren Blutungen, sollte
eine Untersuchung auf das VWS erfolgen. Schon eine einfache Zahnextraktion, im Besonderen aber chirurgisch geführte Eingriffe, welche den Kieferknochen verletzen, können bei
Betroffenen zu relevanten Blutungen führen. Bis zu 50 % der VWS-Patienten berichten von Blutungskomplikationen nach Zahnextraktionen.
Menstruationsblutungen
Bis zu 90 % der von VWS betroffenen Frauen haben verlängerte oder verstärkte Regelblutungen. Diese sind damit das häufigste Symptom bei VWS-Patientinnen.
Nasenbluten
Häufiges oder starkes Nasenbluten (aus beiden Nasenlöchern) kommt bei ca. 58 % der Betroffenen vor.
Lang anhaltende Blutungen auch bei kleineren Schnittwunden
Wenn auch kleinere Schnittverletzungen länger als 2–3 Minuten bluten, könnte eine Gerinnungsstörung vorliegen.
Sonstige/nicht körperliche Symptome
- Da es sich bei VWS um eine Erbkrankheit handelt, gibt die Familienhistorie oft wichtige Hinweise. Fragen Sie Ihre Patienten nach Blutungsneigungen in der Verwandtschaft.
- Ist der Patient in einem Hämophiliezentrum oder bei einem Hämostaseologen aufgrund erhöhter Blutungsneigung in Behandlung?
- Fragen Sie nach dem Notfallausweis.




Infobroschüre VWS: